Teure Sporthallen – aber niemand der sie aufschließt

Wir kritisieren die Entscheidung der Verwaltung, die Hallennutzung für viele Sportmannschaften während der kommenden Sommerferien einzuschränken. Der Antrag von uns FDP im Schul- und Sportausschuss, den Zugang unverändert zu ermöglichen, wurde von CDU, SPD und AfD abgelehnt.

„Wir haben Millionen in unsere Sportinfrastruktur investiert. Nun sollen Hallen leer stehen, obwohl Vereine sie dringend für die Saisonvorbereitung benötigen“, sagt unser schulpolitischer Sprecher und Vorsitzender Jan Maik Schlifter.

Anlass der Debatte war eine Beschwerde der HSG Quelle/Ummeln. Der Verein hatte sich dagegen gewandt, dass Hallenzeiten in den letzten drei Wochen der Sommerferien künftig nur noch höherklassigen Mannschaften zur Verfügung stehen sollen. Zahlreiche Amateurvereine werden damit von der Hallennutzung ausgeschlossen.

Einsparungen überschaubar

Die Verwaltung begründet die Änderung mit notwendigen Konsolidierungsmaßnahmen. Für uns ist diese Argumentation wenig überzeugend. „Wer hier von einem relevanten Beitrag zur Haushaltskonsolidierung spricht, macht es sich zu einfach. Die Einsparungen sind überschaubar, die Auswirkungen auf die Vereine dagegen erheblich“, so Schlifter.

Besonders unverständlich sei die Begründung, Vereine könnten ihre Saisonvorbereitung stattdessen auf Bolzplätzen, in Parks oder an Calisthenics-Anlagen absolvieren. „Man wundert sich, womit sich die Stadtverwaltung so alles auskennt. Jetzt kann sie sogar das Handballtraining besser konzipieren als die Vereine selbst. Nur in den Ferien das Aufschließen von Sporthallen zu organisieren, das ist dann offenbar zu kompliziert.“

Schlüssel für mehr Vereine

Wir regen stattdessen an, die Schlüsselverantwortung an weitere Vereine anzustreben und digitale Zugangsmöglichkeiten zu prüfen. Viele Vereine übernähmen bereits heute verantwortungsvoll Schlüsselgewalt und andere organisatorische Aufgaben und wären dazu ohne Weiteres in der Lage.

Darüber hinaus sieht Schlifter erhebliches Potenzial für Effizienzsteigerungen beim Immobilienservicebetrieb: „Wer ernsthaft konsolidieren will, muss die teuren Strukturen hinterfragen. Die Frage, welche Leistungen wirtschaftlicher durch private Dienstleister oder digitale Lösungen erbracht werden können, ist deutlich relevanter als die Streichung von Hallenöffnungen. Das städtische Gebäudemanagement hat wirklich viele Effizienzreserven, Vereinen die Nutzung teuer erbauter Hallen zu verweigern ist dafür keine Lösung.“  

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