Wissenswerkstadt entkoppelt die Stadt vom echten Hochschul-Leben

Die sogenannte Wissenswerkstadt steht aus unserer Sicht einer echten Verknüpfung von Stadtgesellschat und Hochschulen eher entgegen, als dass sie hilft. Für mehr als eine Million Euro Kosten im Jahr hält die Stadt die Einrichtung am Laufen. Das hatten wir zur vergangenen Ratssitzung erfragt. „Das ist ein ziemlich hoher Preis für ein Lieblingsprojekt des abgewählten Oberbürgermeisters Clausen“, findet unsere Fraktionsvorsitzende Jasmin Wahl-Schwentker.

Die Einrichtung war als einziges Überbleibsel des einstigen Konzeptes zu einer Wissenschaftsstadt Bielefeld übrig geblieben. Das Gebäude selbst wurde auf Kosten der Stadt aufwändig saniert – und nun auf lange Zeit teuer gemietet. „Statt Scharnier zur Wissenschaft zu sein, werden dort Kindergeburtstage gefeiert und Podiumsdiskussionen der Verwaltung veranstaltet.“ Ein echter Dialog zwischen den Menschen in BIelefeld und den Hochschulen komme dort nicht zustande – obwohl diese sich diesen ja ausdrücklich wünschen. „Früher war der Ausflug in die Universität zu Veranstaltungen, die nun teils in die Wissenswerkstadt verelgt wurde, der erste, bleibende Eindruck, den junge Schüler vom Hochschulleben aufschnappen konnten. Jetzt bleibt dieser Kontakt oft aus“, so Wahl-Schwentker.

T-Shirt-Druck statt Wissenschaft

So werde den Hochschulen ein Bärendienst erwiesen, wenn etwa das beliebte „FameLab“ nicht mehr auf dem Campus stattfinde, sondern in der umgebauten Stadtbibliothek. Während in der Uni auch dank des erfolgreichen Umbaus immer bessere Bedingungen für Forschung und Lehre herrschten, würden an der Wilhelmstraße T-Shirts bedruckt. „Wenn wir schon nicht aus dem Mietvertrag herauskommen, dann sollten wir zumindest neue Möglichkeiten der Nutzung in Betracht ziehen.“ Wir schlagen etwa vor, dort etwa ein Gründerzentrum zu etablieren. Auch Nachhilfe- und Weiterbildungsangebote könnten gefördert werden.​

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