FDP: AKW Rückstellungen sind „tickende Zeitbombe“

Die Bielefelder Stadtwerke haben für den Rückbau des Kernkraftwerks Grohnde einen Betrag von über 400 Mio. Euro in ihrer Bilanz zurückgestellt. Wird der Rückbau aber teurer, muss nachgeschossen werden. „Hier tickt für den Bielefelder Haushalt eine Zeitbombe.“, fürchtet FDP-Vorsitzender Jan Maik Schlifter.

Das Handelsblatt zitierte letzte Woche anonyme Quellen bei Eon und RWE, die von deutlich höheren Rückstellungsbedarfen für den AKW-Rückbau ausgehen. So seien den Kalkulationen noch Zinssätze von 4 bis 4,5% zugrunde gelegt, was angesichts der derzeitigen Niedrigzinsen nicht mehr angemessen seien könnte. Die Bundesregierung führe derzeit einen Stresstest durch, der zeigen soll, ob die Rücklagen ausreichten. Ergebnisse würden für den Herbst erwartet.

Unabhängig von der Zinsfrage glaube ich, dass die Kosten der Entsorgung teurer werden als gedacht. Durch den Rückkauf der Stadtwerke haben wir unseren Anteil am Atomkraftwerk verdoppelt und damit auch die Pflichten zum Rückbau.“, so Schlifter. Nachdem die Stadt im Sommer bereits aufgrund des Strompreisverfalls 100 Mio. € auf den Wert ihrer Stadtwerkebeteiligung abschreiben musste, drohe mit den Stresstestergebnissen im Herbst der nächste Verlust. Schlifter: „Der Rückkauf der Stadtwerke entwickelt sich zu einem Mega-Minus-Geschäft für die Stadt und zeigt, wie gefährlich es für eine Kommune wird, wenn sie zu viele unternehmerische Risiken eingeht. Wir sollten daraus unsere Lehren ziehen.

http://www.handelsblatt.com/my/unternehmen/industrie/rueckstellungen-zu-niedrig-stresstests-bringen-energiekonzerne-in-not/12306688.html

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