Die Stadtverwaltung will verschiedene Optionen prüfen, um die Zahl der Schülerinnen und Schüler zu verringern, die nach der siebten Klasse die Schulform wechseln müssen. Im aktuellen Schuljahr betrifft dies stadtweit 45 Kinder, die von Realschulen an Gesamt- oder Sekundarschulen gewechselt sind. Eine der nun zu prüfenden Maßnahmen ist die mögliche Schließung von Realschulen und deren Umwandlung in Sekundarschulen. Im Schulausschuss haben CDU, Linkspartei, SPD, Grüne und AfD diesem Vorschlag der Verwaltung zugestimmt – gegen unsere Stimme.
„Erschreckend und enttäuschend“, Jan Maik Schlifter
Scharfe Kritik kommt von unserem Fraktionsvorsitzenden Jan Maik Schlifter: „Jahrelang hat Rot-Rot-Grün solche Umwandlungen vorangetrieben und damit erhebliche Unsicherheit vor allem an unseren Realschulen ausgelöst. Dass nun auch die CDU nach ihrem Wahlsieg Realschulen in ihrer Existenz in Frage stellt, ist erschreckend und enttäuschend.“ Die Zustimmung der AfD entlarve den angeblichen Einsatz dieser Partei für ein mehrgliedriges Schulsystem als Staffage. Aus unserer Sicht besteht jedoch kein Überangebot, sondern vielmehr ein Mangel an Realschulplätzen. Schließungsüberlegungen sind daher sachfremd und kämen einem Angriff auf eine in Bielefeld – trotz Benachteiligungen durch Land und Kommune – erfolgreiche Schulform gleich.
Besser auf vernünftige Gebäude konzentrieren
Zudem verweisen wir darauf, dass auf Veranlassung der Bezirksregierung bereits eine Arbeitsgruppe aus Schulleitungen der betroffenen Schulformen eingesetzt wurde, um Lösungen für die Problematik der Schulformwechsler zu erarbeiten. „Es ist richtig, dass sich die Schulpraktiker mit dieser Frage befassen und nicht das städtische Schulamt“, so Schlifter weiter. „Statt Debatten aus den 1980er-Jahren wiederzubeleben, sollte sich die Schulverwaltung auf die Bereitstellung vernünftiger Schulgebäude konzentrieren. Hier gibt es für sie mehr als genug zu tun.“
Kommunalaufsicht eingeschaltet
Kritisch sehen wir auch, dass die Beratungen zu diesem Thema auf Vorschlag der Verwaltung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden sollen. Wir haben gegen diesen Beschluss Beschwerde bei der Kommunalaufsicht in Detmold eingelegt. „Es ist ein eigenartiger Beginn einer solchen Debatte, wenn zunächst festgelegt wird, dass sie geheim geführt werden soll. Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, was mit unseren Schulen passieren soll“, so Schlifter.