Die Situation an der Stadthalle bleibt aus unserer Sicht völlig inakzpetabel. Wir fordern eine konsistente Strategie zum Umgang mit der offenen Drogenszene. Notlösungen wie der Zaun an der „Tüte“ sind eher Kapitulation vor den Verhältnissen als aktive Gestaltung.
„Wir müssen aufhören, die Probleme hier lediglich zu begleiten. Die Szene dort wird immer größer und damit auch Kriminalität genauso wie das Elend der Betroffenen“, stellt unser Fraktionsvorsitzender Jan Maik Schlifter fest. Wir beantragen daher nun, anhand des sogenannten Züricher Modells einen Strategiewechsel an der „Tüte“ anzustoßen. Zürich hat es durch dezentrale Hilfsangebote geschafft, eine unkontrollierte offene Drogenszene weitestgehend zu beenden. Das Modell verbindet Prävention, Therapie, Schadensminderung und Nulltoleranz im öffentlichen Raum.
Ausstiegsperspektiven geben
Die Bielefelder Drogenberatung hatte eine Initiative von uns im Kommunalwahlkampf befürwortet. Köln und Düsseldorf wollen ebenfalls nach dieser Strategie vorgehen und fordern den Bund auf, entsprechende rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen. „Suchtkranken Menschen zu helfen und Ausstiegsperspektiven zu geben, während Drogenhandel und Kriminalität entschlossen bekämpft werden – das sollte auch der Bielefelder Weg werden, statt durch Infrastruktur die Magnetwirkung der offenen Szene noch zu verstärken“, erklärt Schlifter.
Zielgenaue Hilfe
Wir fordern in unserem Antrag im Hauptausschuss, dass die Stadtverwaltung die Übertragbarkeit des Züricher Modells auf Bielefeld prüft und dem Rat später konkrete Handlungsmöglichkeiten vorlegt. Auch rechtliche Voraussetzungen, Kosten und geeignete Standorte sollen dargelegt werden. Schlifter: „Wir wollen die Situation im Stadthallenpark verbessern und nicht nur begleiten. Wir sollten uns dabei an bewährten internationalen Beispielen orientieren. Zielgenaue Hilfe für die Menschen und ein Stadthallenpark, der wieder für alle Bielefelderinnen und Bielefelder nutzbar ist – mit guter Strategie ist das möglich.“