Wochenmärkte: Wir fordern Kurswechsel bei Gebühren und Verwaltung

Neue Händler gewinnen, Gebühren senken und die Märkte in den Stadtbezirken stärken: Wir ziehen aus unserer Unterschriftensammlung und den Gesprächen vor Ort erste konkrete Konsequenzen.

Wie können Bielefelds Wochenmärkte wieder attraktiver werden? Dieser Frage gehen wir seit Beginn der Sommerferien direkt vor Ort nach. Im Rahmen unserer Unterschriftensammlung zur Rettung der Wochenmärkte sind wir auf verschiedenen Märkten unterwegs und sprechen mit Händlern und Besuchern. „Wir freuen uns über den großen Zuspruch und die vielen guten Anregungen“, sagt unser Fraktionsvorsitzender Jan Maik Schlifter. „Wochenmärkte sind Lebensqualität und wichtige Treffpunkte in den Stadtbezirken. Wenn wir sie erhalten wollen, müssen wir bereit sein, neue Wege zu gehen.“

Vier Wochen Gebühren-Erlass für neue Beschicker

Ein konkreter Vorschlag: Neuen Händlerinnen und Händlern sollen zunächst für vier Wochen die Standgebühren erlassen werden. So könnten sie einen Markt ohne großes finanzielles Risiko kennenlernen und prüfen, ob sich der Standort für sie lohnt. „Gerade in den Außenbezirken geht die Zahl der Stände zurück. Fallen sogenannte Anker-Händler wie Fleischer oder Bäcker weg, gerät ein Markt insgesamt unter Druck. Deshalb müssen wir neuen Anbietern den Einstieg so einfach wie möglich machen“, erklärt Schlifter. Dazu gehörten auch weniger bürokratische Hürden und mehr Unterstützung durch die Verwaltung.

Auch bei den Gebühren sehen wir weiterhin dringenden Handlungsbedarf. „Die Erhöhung um 42 Prozent vor drei Jahren war eine schlechte Idee. Im Vergleich zum Umland muss man in Bielefeld mit Abstand am meisten bezahlen. Diese Erhöhung muss so schnell wie möglich zurückgenommen werden“, fordert Schlifter. Zudem brauche es eine stärkere Differenzierung: Ein kleiner Wochenmarkt im Außenbezirk könne bei den Gebühren nicht genauso behandelt werden wie ein großer, stark frequentierter Innenstadtmarkt.

Nicht nur verwalten

Für uns geht es um einen grundsätzlichen Kurswechsel. „Die Verwaltung darf die Wochenmärkte nicht nur verwalten, sondern muss sie fördern und aktiv mitgestalten. Dafür braucht es mehr Austausch mit den Händlern, mehr Unterstützung und den Willen, Probleme pragmatisch zu lösen“, sagt Schlifter. „Wenn wir jetzt nicht umsteuern, werden wir weitere Märkte verlieren. Bielefeld muss seine Wochenmärkte wieder als das behandeln, was sie sind: wichtige Orte für die Menschen in unseren Stadtbezirken.“

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